Feiner, Emmanuel

Mei­ne App

„Trello“ – Gemeinsam mit SchülerInnen Aufgaben verwalten

Rubrik: Digital
erschienen in: üben & musizieren 1/2021 , Seite 43

Das ken­nen sicher alle, dass ein Schü­ler oder eine Schü­le­rin ein­mal das Auf­ga­ben­heft ver­ges­sen hat oder das Heft ver­lo­ren gegan­gen ist. Sol­che Fäl­le sind ärger­lich, vor allem, wenn das Unter­richts­jahr schon wei­ter fort­ge­schrit­ten ist und damit der Schü­ler oder die Schü­le­rin den Über­blick über die ver­gan­ge­nen Stun­den nicht mehr griff­be­reit hat.
Abhil­fe kann hier die App Trel­lo schaf­fen. Trel­lo ist laut eige­nen Anga­ben ein „Auf­ga­ben-Ver­wal­tungs-Dienst“ und kann auch im musi­ka­li­schen Kon­text viel­sei­tig genutzt wer­den. Die App ist in der Basis­va­ri­an­te, die für die in die­sem Bei­trag erwähn­ten Anwen­dungs­be­rei­che voll­kom­men aus­rei­chend ist, kos­ten­los und kann bei Bedarf durch Upgrades im Funk­ti­ons­um­fang erwei­tert wer­den. Die ein­zi­ge Hür­de stellt das Anle­gen eines Accounts dar. Man kann sich zeit­ge­mäß mit einem sei­ner Kon­ten bei Goog­le, Apple, Micro­soft, alter­na­tiv auch mit E‑Mail-Adres­se und Pass­wort anmel­den und hat damit auch schon die Ein­stiegs­hür­de gemeis­tert.
All­ge­mein gespro­chen besteht Trel­lo aus ein­zel­nen „Boards“, die nach The­men bzw. Anwen­dungs­ge­bie­ten auf­ge­baut wer­den kön­nen. Im musik­päd­ago­gi­schen Kon­text kann man dies gewinn­brin­gend für sei­nen Unter­richt ein­set­zen und ein­zel­ne Boards mit sei­nen Schü­le­rIn­nen bzw. deren Eltern tei­len. Die Schü­le­rIn­nen müs­sen dazu eben­falls ein Kon­to anle­gen, haben dann aber gerä­te­un­ab­hän­gig (egal ob Smart­pho­ne, Tablet oder Com­pu­ter) Zugriff auf das jewei­li­ge Board.
Ein­fachs­te Anwen­dung: Der Leh­rer oder die Leh­re­rin schreibt in der Unter­richts­stun­de klei­ne Übun­gen oder Haus­auf­ga­ben in das jewei­li­ge Board. Nun kann man ein­zel­ne „Kar­ten“ mit far­bi­gen Labels ver­se­hen, bei­spiels­wei­se zeit­li­che Fris­ten für das Ablie­fern von auf­ge­nom­me­nen Übun­gen oder Stü­cken set­zen oder Res­sour­cen wie digi­ta­le Noten, Audio­auf­nah­men oder Vide­os durch die Funk­ti­on „Anhän­ge“ direkt aus den diver­sen Cloud­platt­for­men (Goo­g­leDri­ve, Drop­box, One­Dri­ve) wie auch You­Tube-Links ein­bet­ten. Fol­gen­de Sze­na­ri­en haben sich im Unter­richt bewährt:
– Funk­ti­on des klas­si­schen Auf­ga­ben­hefts, wobei für jede Unter­richts­stun­de eine Lis­te mit den jewei­li­gen Tasks (Auf­ga­ben der Stun­de) erstellt wird. Die Schü­le­rIn­nen haben die Mög­lich­keit, die Tasks der ver­gan­ge­nen Stun­den chro­no­lo­gisch nach­zu­le­sen und even­tu­ell hin­zu­ge­füg­tes Zusatzmate­rial wie Noten oder Auf­nah­men direkt abzu­ru­fen.
– Erstel­lung von inhalt­li­chen Pools, z. B. für Blech­blas­in­stru­men­te: Atmung, Spiel auf dem Mund­stück, Fingerfertigkeit/Chromatik, Ton­lei­tern, Etü­den, Kon­zert­stü­cke, die in den jewei­li­gen Lis­ten nach und nach auf­ge­baut und mit ein­zel­nen Übun­gen und Mate­ri­al bestückt wer­den. Die ein­zel­nen Übun­gen, Etü­den oder Stü­cke kön­nen mit far­bi­gen Labels ver­se­hen und so von den Schü­le­rIn­nen im Übe­pro­zess als erle­digt mar­kiert wer­den.
– In der Vor­be­rei­tung von Kon­zer­ten oder Wett­be­wer­ben zur detail­lier­ten Pla­nung und Struk­tu­rie­rung von Übeein­hei­ten.
Trel­lo ist ein zeit­ge­mä­ßes Tool, das vor allem durch die ein­fa­che Bedien­bar­keit, die auf­ge­räum­te Ober­flä­che und die viel­sei­ti­gen Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten für musi­ka­li­sche bzw. kul­tu­rel­le und orga­ni­sa­to­ri­sche Anwen­dungs­be­rei­che besticht.
Ein gro­ßer Vor­teil besteht dar­in, die App auf allen End­ge­rä­ten nut­zen zu kön­nen und so auch ein Anwen­dungs­sze­na­rio für jun­ge Schü­le­rIn­nen zu schaf­fen, die mit Hil­fe der Eltern über deren Gerät(e) auf die ein­zel­nen Trel­lo-Boards zugrei­fen kön­nen.
Durch die Akti­vi­täts­über­sicht kann man als Lehr­kraft außer­dem noch sehen, wann Schü­le­rIn­nen das Label einer Kar­te bei­spiels­wei­se von Rot nach Grün schal­ten oder To-Dos abha­ken, um dar­aus even­tuell ein Übever­hal­ten abzu­lei­ten und bei Bedarf zu opti­mie­ren.
In der Arbeit mit Schü­le­rIn­nen emp­fiehlt es sich immer, vor Ein­füh­rung einer sol­chen App eine gemein­sa­me Tour durch die Funk­tio­nen zu unter­neh­men, wobei dafür auch in ein mit Schü­le­rIn­nen oder Eltern geteil­tes Board You­Tube-Tuto­ri­als zum Umgang mit Trel­lo ein­ge­bun­den wer­den kön­nen, wel­che die Funk­tio­nen und den Umgang mit der App beschrei­ben und zu einer even­tu­el­len Pro­blem­lö­sung bei­tra­gen kön­nen. Ein sol­ches rei­nes Infor­ma­ti­ons-Board könn­te auch von einer Musik­schu­le, einem Kon­ser­va­to­ri­um oder einer Uni­ver­si­tät öffent­lich zugäng­lich gemacht und damit allen Eltern, Schü­le­rIn­nen oder Stu­die­ren­den zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.
Fazit: Eine durch ihre Ein­fach­heit anspre­chen­de und bestechen­de App, die auch im musi­ka­li­schen Kon­text eine Chan­ce ver­dient hat.