Muncan, Ivanka

Mei­ne Gitar­re!

Gitarrenunterricht mit Kindergartenkindern

Rubrik: Praxis
erschienen in: üben & musizieren 6/2013 , Seite 28

Gitarrenunterricht für Fünfjährige? Aber ja! Ivanka Muncan zeigt einen kleinen Auszug aus ihrem Repertoire, das sie sich ganz speziell für diese Altersgruppe zurechtgelegt hat.

Eini­ge mei­ner Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen neh­men prin­zi­pi­ell kei­ne Kin­der unter sie­ben Jah­ren in ihre Gitar­ren­klas­sen auf. „Die Hän­de sind doch noch zu klein. Die Kin­der kön­nen ja noch nicht lesen und schrei­ben“, lau­ten die häu­figs­ten Argu­men­te. Ich respek­tie­re die­se Ein­stel­lung, bin aber selbst ganz ande­rer Mei­nung. Ich unter­rich­te seit eini­gen Jah­ren gera­de Kin­der zwi­schen fünf und sechs Jah­ren am liebs­ten, und das wie­der­um am bes­ten in Grup­pen von vier Kin­dern. Für mich gibt es kei­nen unmit­tel­ba­re­ren Zugang zum Ler­nen als den ihren. Und ich emp­fin­de es als Geschenk, die­sen Zugang zu gestal­ten und beglei­tend mit­zu­ge­hen und zu beob­ach­ten. Bei den Noten­bei­spie­len han­delt es sich sowohl um tra­di­tio­nel­le Melo­di­en, die ich für Unter­richts­zwe­cke umge­tex­tet habe, als auch um Eigen­kom­po­si­tio­nen.

Strum­ming-Lie­der für den Start

Der unmit­tel­bars­te Ein­stieg fin­det in offe­ner Stim­mung statt. So ist jede und jeder sofort mit im Boot: Alle Sai­ten wer­den durch­ge­stri­chen (Strum­ming) und als Zwi­schen­schlag klat­schen wir mit der offe­nen rech­ten Hand auf die Sai­ten, was einen per­kus­si­ven Effekt ergibt. Die lin­ke Hand darf sich wäh­rend­des­sen noch gemüt­lich auf die obe­re Zar­ge, ihr „Bett­chen“, legen.
In der Namens­run­de, in der sich alle erst ein­mal ken­nen ler­nen, kann schon auf der offen gestimm­ten Gitar­re gespielt wer­den: Jeder spielt jede Sil­be sei­nes Namens, die ande­ren zäh­len und ver­glei­chen mit dem eige­nen oder den ande­ren Namen. Die­ses Spiel regt auch gleich einen akti­ven Grup­pen­bil­dungs­pro­zess an. Man könn­te etwa Klein­grup­pen nach Sil­ben­an­zahl bil­den: Wie vie­le ein­sil­bi­ge, zwei­sil­be, drei­sil­bi­ge Vor­na­men gibt es?
Für Lie­der in Dur wäh­le ich die offe­ne C-Stim­mung (E-G-c-g-c-e), für Lie­der in Moll die offe­ne D-Stim­mung (D-A-d-f-a-d), da die­se Ton­ar­ten den meis­ten Kin­der­sing­stim­men sehr gut ent­ge­gen­kom­men.

Lesen Sie wei­ter in Aus­ga­be 6/2013.