Dobreff, Anika

Mit Tier­freun­den durch das Jahr

Ein Leitfaden zum Erlernen des Blockflötenspiels

Rubrik: Noten
Verlag/Label: vierdreiunddreissig, München 2015
erschienen in: üben & musizieren 3/2016 , Seite 53

Ani­ka Dobreff kom­bi­niert in ihrer Block­flö­ten­schu­le altes Lied­gut mit Stü­cken, die moder­ne­re Spiel­tech­ni­ken erfor­dern. Ihren Band hat die stu­dier­te Block­flö­tis­tin unter das Mot­to „Tie­re“ gestellt. Es soll hel­fen, die Fan­ta­sie der Kin­der anzu­re­gen. So beginnt das ers­te Kapi­tel der Schu­le fol­ge­rich­tig mit der Erzeu­gung von Geräu­schen, die sich mit dem Flö­ten­kopf erzeu­gen las­sen. Die Kin­der kön­nen ver­su­chen, die Lau­te von Eule, Hahn, Esel, Maus, Huhn und Pferd zu imi­tie­ren. Die Autorin gibt dabei Sil­ben zur Anre­gung vor. Spiel­ide­en wie das Rate­spiel, bei dem Zuhö­rer ver­schie­de­ne Geräu­sche erra­ten sol­len, erhö­hen die Moti­va­ti­on der Schü­le­rin­nen und Schü­ler.
Aus­ge­hend von d'' wer­den die Töne gelernt. So wird von Anfang an sicher­ge­stellt, dass die Fin­ger, die nicht benutzt wer­den, über der Flö­te schwe­ben. Auf den ers­ten Sei­ten gibt Dobreff Hin­wei­se zur Hal­tung der Flö­te und Tipps zu Ansatz und Ton­erzeugung. Sie legt zudem von Anfang an gro­ßen Wert auf den Rhyth­mus. Rhyth­mus­übun­gen durch­zie­hen das gesam­te Werk und Dobreff betont in ihrem Vor­wort, dass der Unter­schied zwi­schen den ver­schie­de­nen Noten­wer­ten nicht oft genug erklärt und geübt wer­den kann.
Das Auf­schrei­ben von Noten gehört eben­falls zum didak­ti­schen Kon­zept der Block­flö­tis­tin. Die Kin­der wer­den im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten auf­ge­for­dert, klei­ne Melo­di­en zu kom­po­nie­ren und die­se schrift­lich zu fixie­ren. Für das Auf­schrei­ben von Geräu­schen bekom­men sie Sym­bo­le vor­ge­ge­ben, die sie benut­zen kön­nen. So lässt sich auch eine Klang­ge­schich­te gut umset­zen. Das bedeu­tet nicht, dass das Spiel nach Gehör in der vor­lie­gen­den Schu­le kei­nen Stel­len­wert besitzt. Auch hier­zu gibt es Übun­gen zur Gehör­bil­dung, die den Kin­dern Spaß machen. Schließ­lich steht auch das Aus­wen­dig­spie­len im Fokus.
Vie­le Lie­der stam­men aus dem Bereich des Volks- und Kin­der­lie­des (Alle mei­ne Ent­chen, Es tanzt ein Bi-Ba But­ze­mann, Hän­sel und Gre­tel…). Mit den The­men der Lie­der lässt sich ein Jahr durch­lau­fen. Es gibt Weih­nachts­lie­der, Lie­der zu Fasching und Lie­der zu den Jah­res­zei­ten. Mit dem Beginn der Feri­en und dem Auf­trag, eine Feri­en­me­lo­die zu schrei­ben, endet das Heft.
Die Leh­rer­be­glei­tung besteht aus einer wei­te­ren Flö­ten­stim­me. Hier kom­men auch Alt-, Tenor- oder Bass­flö­te vor, sodass die Kin­der die­se Instru­men­te ken­nen­ler­nen. Der Anhang besteht aus einer Griff­ta­bel­le, einer Legende/ Zei­chen­er­klä­rung und dem alpha­be­ti­schen Ver­zeich­nis aller Lie­der. Zahl­rei­che Illus­tra­tio­nen von Urte Girna­tis run­den das Werk ab.
Die Autorin schreibt, dass der „Leit­fa­den zum Erler­nen des Block­flö­ten­spiels“ ihre Vor­ge­hens­wei­se im Unter­richt wider­spie­ge­le. Die­sen Pra­xis­be­zug merkt man dem Heft wohl­tu­end an. Es bie­tet die Mög­lich­keit, bei Schü­le­rin­nen und Schü­lern eine fun­dier­te Grund­la­ge zu schaf­fen, die über das blo­ße Grei­fen und Spie­len von Tönen hin­aus­geht.
Ulrich Falk