Boren, Mark

Musik atmen

Eine Richtlinie für Bläser und Sänger

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Obermayer, Buchloe 2008
erschienen in: üben & musizieren 6/2008 , Seite 56

Mark Borens Buch lässt sich in zwei Berei­che unter­tei­len. Im ers­ten gibt der Autor all­ge­mei­ne Hin­wei­se zur Atmung und zum Trai­ning der Atem­kraft. Er stellt ein­zel­ne Übun­gen vor, gibt einen Über­blick über ver­schie­de­ne Ansät­ze und spricht Emp­feh­lun­gen aus. Im zwei­ten Teil der Publi­ka­ti­on stellt er die Pro­duk­te von Power­Lung vor, die zur Stär­kung der Atem­kraft ent­wi­ckelt wur­den. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis ist die Bedie­nungs­an­lei­tung mit den Infor­ma­tio­nen zu den Power­Lung-Pro­duk­ten abge­druckt. Sie ver­deut­licht, auch anhand zahl­rei­cher Gra­fi­ken, die Benut­zung. Im Anschluss erläu­tert Mark Boren fort­ge­schrit­te­ne Trai­nings­pro­gram­me, die ange­wen­det wer­den kön­nen, wenn regel­mä­ßig ein vier- bis sechs­wö­chi­ges grund­le­gen­des Trai­ning absol­viert wur­de.
Ziel der Übun­gen ist es, so der Autor im ers­ten Kapi­tel, einen natür­li­chen und flie­ßen­den Atem­stil zu ent­wi­ckeln, der wäh­rend der Auf­füh­rung nicht durch den Musi­ker über­wacht wer­den muss. Ein Schlüs­sel­punkt dazu ist das Trai­ning der Atem­kraft, die er nicht mit der Atem­ka­pa­zi­tät ver­wech­selt sehen möch­te. Das Lun­gen­vo­lu­men ist nicht iden­tisch mit der Atem­kraft. Das Trai­ning der Atem­kraft bezieht sich auf das Trai­ning der Mus­keln, die in die Atmung ein­be­zo­gen sind. Auf die­se Wei­se trai­nier­te Mus­keln sor­gen für Ent­span­nung beim Instru­men­tal­spiel, was letzt­end­lich zu einem vol­len Klang führt.
Um einen Mus­kel­auf­bau in der Atem­mus­ku­la­tur zu erlan­gen, müs­sen die Mus­keln mini­mal über ihre übli­che Bean­spru­chung hin­aus belas­tet wer­den. Boren bezeich­net das als Schwel­len­trai­ning. An die­ser Stel­le set­zen die Pro­duk­te von Power­Lung an. Bei ihnen las­sen sich der Ein­atem­wi­der­stand und der Aus­atem­wi­der­stand unab­hän­gig von­ein­an­der ein­stel­len und genau­es­tens dosie­ren, um eine Über­be­an­spru­chung zu ver­mei­den. So kann die rich­ti­ge Atem­form gefes­tigt wer­den.
Das Benut­zer­hand­buch for­mu­liert fol­gen­de Zie­le: Die Effi­zi­enz wird durch einen flüs­si­ge­ren Atem­stil gestei­gert, was eine Ver­bes­se­rung des Klangs zur Fol­ge hat. Das Trai­ning führt zu einer Erhö­hung der Aus­dau­er der Atem­mus­ku­la­tur, dadurch wird die gefühl­te Anstren­gung ver­min­dert. Das Trai­nings­pro­gramm des Autors befasst sich mit Berei­chen wie der Iso­lie­rung der Ein- bzw. Aus­at­mung, der Beschleu­ni­gung der Ein- bzw. Aus­at­mung, der Ver­lang­sa­mung der Ein- bzw. Aus­at­mung. Zudem gibt er Hin­wei­se zu Hal­tung, Atem­for­men, Ent­span­nung und Zwerch­fell­at­mung. Ergän­zend ist eine eng­lisch­spra­chi­ge DVD „Breat­hing For Per­for­mance“ erhält­lich, die wei­te­re Übun­gen ent­hält. Die Power­Lung-Pro­duk­te kön­nen über www.blasmusik-shop.de bestellt wer­den.
Der vor­lie­gen­de Text ist für Instru­men­ta­lis­tIn­nen und Sän­ge­rIn­nen inter­es­sant, die sich vor­stel­len kön­nen, mit Power­Lung-Pro­duk­ten zu üben. Das Buch bie­tet durch­aus neue Ein­bli­cke. Es stellt aber kei­ne Atem­schu­le im klas­si­schen Sin­ne dar.
Ulrich Falk