Hering, Wolfgang / Angelika Jekic

Musik­mäu­se

Lieder, Tänze und Spielideen für die Kleinsten, mit CD

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Schott, Mainz 2010
erschienen in: üben & musizieren 1/2011 , Seite 57

Das Buch stellt eine Fül­le von Lie­dern, Tex­ten, Spiel­ideen und Tän­zen bereit, an denen die unter­schied­lichs­ten Insti­tu­tio­nen mit ihren jewei­li­gen Ange­bo­ten par­ti­zi­pie­ren sol­len: Kin­der­krip­pen, Kin­der­gär­ten, Tages­el­tern, Musik­schu­len, freie Ein­rich­tun­gen.
Im ers­ten Abschnitt bie­ten die AutorIn­nen zunächst Infor­ma­tio­nen zum „Musikerle­ben der Kleins­ten“, wo es nach eini­gen kom­pri­mier­ten ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gi­schen und neu­ro­bio­lo­gi­schen Aus­füh­run­gen vor allem um die unter­schied­li­chen Ange­bots­si­tua­tio­nen geht. Wie musi­ziert man mit ein- bis zwei­jäh­ri­gen Kin­dern in Eltern-Kind-Grup­pen oder in der Kin­der­krip­pe ohne erwach­se­ne Begleit­per­so­nen? Wie ändert sich der Umgang mit den Kin­dern, wenn sie ein Jahr älter sind? Was gilt es zu beach­ten, wenn die Alters­grup­pen nicht mehr homo­gen zusam­men­ge­setzt sind, son­dern – wie heu­te in vie­len Kin­der­gär­ten üblich – zwei- bis sechs­jäh­ri­ge Kin­der in einer Grup­pe zusam­men­kom­men? Zu die­sen Fra­gen gelingt es den AutorIn­nen wesent­li­che Gedan­ken zu for­mu­lie­ren und theo­re­ti­sches Wis­sen mit prak­ti­schen Bei­spie­len schlüs­sig zu ver­bin­den. Zum Ende des ers­ten Abschnitts wird noch „die musi­ka­li­sche Rol­le der Erzie­he­rin“ beleuch­tet und eini­ge Hin­wei­se zu mög­li­chen „Akti­vi­tä­ten zu Hau­se“ wer­den gege­ben.
Der zwei­te Teil bie­tet „Prak­ti­sche Anre­gun­gen und Mate­ria­li­en“ in sie­ben Unter­ab­schnit­ten: 1. Begrü­ßungs­ri­tua­le, 2. Dyna­mik und Instru­men­te, 3. Schau­keln, 4. Fin­ger­spiel­ver­se und Fin­ger­spiel­lie­der, 5. Lie­der mit Requi­si­ten, 6. Lie­der und Spiel­ideen mit viel Bewe­gung und 7. Tanz­lie­der. Die AutorIn­nen sind erfah­re­ne Musik­päd­ago­gen, Tex­ter und Kom­po­nis­ten und haben den Groß­teil der gut sing­ba­ren 38 Lie­der und zahl­rei­chen Tex­te selbst ver­fasst oder tra­di­tio­nel­les Lied­gut ergänzt und bear­bei­tet.
Die Auf­be­rei­tung des Mate­ri­als ist über­sicht­lich und benut­zer­freund­lich gestal­tet. Nach jedem Lied oder Text gibt es eine Spiel­an­re­gung, die nur weni­ge Sät­ze umfasst und daher rasch erfasst wer­den kann. Sodann folgt bei allen Lie­dern ein Hin­weis zur instru­men­ta­len Beglei­tung. Grund­sätz­lich fin­det man dann in einem Kas­ten Infor­ma­tio­nen zu „För­der­be­rei­chen“ im Lied oder beim Text und Anmer­kun­gen zu „musi­ka­li­schen Ele­men­ten“. Sehr hilf­reich sind die grau unter­leg­ten „Hin­ter­grund­tex­te“ zu spe­zi­fi­schen Fra­ge­stel­lun­gen, die als didak­ti­sche Fund­gru­be – auch für erfah­re­ne Erzie­he­rin­nen – Ver­wen­dung fin­den kön­nen.
Die bei­lie­gen­de CD ent­hält alle Lie­der, teil­wei­se auch als Play­back-Fas­sung. Die Play­back-Fas­sun­gen aller übri­gen Lie­der kön­nen auf einer eige­nen Web­site gefun­den wer­den. Für mich ist die­se CD ledig­lich ein Hilfs­mit­tel, um die Lie­der ken­nen zu ler­nen. Die musi­ka­li­sche Aus­ge­stal­tung bleibt Geschmacks­sa­che. Ein Anhang mit Lite­ra­tur­hin­wei­sen, einem alpha­be­ti­schen Regis­ter, einem Regis­ter der Lied- und Vers­an­fän­ge und einer Track­lis­te für die bei­lie­gen­de CD bie­ten einen zusätz­li­chen Ser­vice.
Manue­la Wid­mer