Pfeifer, Martin

Pop Pia­no & Band

Original Kompositionen für Solo Piano. Bandbegleitung auf der Play along-CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Edition DUX, Manching 2007
erschienen in: üben & musizieren 3/2008 , Seite 63

Seit vie­len Jah­ren gehört es zur Metho­dik des Kla­vier­un­ter­richts, auch die so genann­te „U-Musik“ zu berück­sich­ti­gen. Nicht nur die Schü­le­rin­nen und Schü­ler selbst ver­lan­gen danach, son­dern auch sach­li­che und fach­li­che Gege­ben­hei­ten spre­chen für eine sol­che Erwei­te­rung des Reper­toires. Die vor­lie­gen­de Neu­erschei­nung ver­sucht mit Erfolg, den dar­aus resul­tie­ren­den Pro­ble­men gerecht zu wer­den. Über­zeu­gend ist die Kon­zep­ti­on des Autors, dass die neun Ori­gi­nal­kom­po­si­tio­nen ver­schie­de­ne Berei­che der Pop­mu­sik reprä­sen­tie­ren: Blues, Rock, Latin und ande­re.
Dass die Stü­cke im Medi­en­ver­bund ange­bo­ten wer­den, was zu viel­fäl­ti­gen Ein­satz­mög­lich­kei­ten führt, macht den Band beson­ders pra­xis­nah. Der im robus­ten Ein­band gebo­te­ne Noten­teil ent­hält eine CD mit drei ver­schie­de­nen Ein­spie­lun­gen der Stü­cke: als Solo­num­mern, mit Begleit­band und als rei­ne Band ohne Kla­vier zum Sel­ber­spie­len. Zusätz­lich wer­den die Noten für Flö­te, Saxo­fon, Bass und Schlag­zeug im Inter­net zum Down­load ange­bo­ten, um even­tu­ell eine eige­ne Band auf­zu­bau­en oder ein­zu­span­nen.
Die Kla­vier­no­ten sind mus­ter­gül­tig metho­disch auf­be­rei­tet. Zunächst bie­tet Pfei­fer über­sicht­lich Schrit­te zum effek­ti­ven Umgang mit den Kom­po­si­tio­nen. Mit Recht legt er gro­ßen Wert auf die Har­mo­nik; dazu stellt er die nöti­gen Akkor­de, Akkord­sym­bo­le, Ton­lei­tern und die dazu­ge­hö­ri­gen Begrif­fe vor. Zu jedem Stück wer­den gut durch­dach­te har­mo­ni­sche Vor­übun­gen und „Tipps und Tricks“ ange­bo­ten. Sprach­lich gut ver­ständ­li­che Auf­ga­ben und Erklä­run­gen sind teil­wei­se humor­voll und dem Jar­gon Jugend­li­cher ver­pflich­tet. Die neun Stü­cke selbst zeich­nen sich aus durch rhyth­mi­sche Prä­gnanz, ein­gän­gi­ge The­ma­tik und unmit­tel­bar ein­leuch­ten­de Har­mo­ni­en.
In anstei­gen­dem Schwie­rig­keits­grad ange­ord­net, stel­len sie spiel­tech­nisch hohe Anfor­de­run­gen, die letz­ten drei sind aus­ge­spro­chen vir­tu­os. Die Jazz­rhyth­men sind zum Teil schwie­rig zu rea­li­sie­ren. Gleich das ers­te Stück Fun­ky tune ist rhyth­misch sehr dif­fe­ren­ziert, ein­falls­reich und klang­lich reiz­voll. Gera­de Anfän­gern wird es gut gefal­len. Mit Colours folgt ein emp­find­sa­mes, ruhi­ges Stück in Moll. Auch die fol­gen­den Stü­cke hal­ten das hohe Niveau der ers­ten bei­den. Autumn Impres­si­ons klingt poe­tisch, dem Titel ent­spre­chend gefühl­voll und melan­cho­lisch. Over the Sea gibt sich vir­tu­os. Rhyth­mi­sche Pat­terns las­sen sich gut ein­prä­gen. Die Tipps und Tricks sind sehr genau und betref­fen auch Details. Jeder Akkord bekommt das betref­fen­de Sym­bol, die Fin­ger­sät­ze ver­ra­ten den ver­sier­ten Jazz­pia­nis­ten.
Eine klei­ne Ein­schrän­kung möch­te ich am Schluss noch machen: Bei der Erklä­rung der har­mo­ni­schen Phä­no­me­ne ver­mis­se ich eine Dar­stel­lung der har­mo­ni­schen Zusam­men­hän­ge, vor allem der Kaden­zen. Sie hät­te vie­les trans­pa­ren­ter gemacht. Ins­ge­samt aber kann man die Neu­erschei­nung begrü­ßen und allen Inter­es­sier­ten sehr warm emp­feh­len.
Otto Jun­ker