Ahrens, Heinz

Rhap­so­dy of the Pioneers

Moderne Arrangements früher amerikanischer Musik für Klassische Gitarre/CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schell Music, Hamburg 2020
erschienen in: üben & musizieren 4/2021 , Seite 62

Hier wer­den Arran­ge­ments von elf bekann­ten ame­ri­ka­ni­schen Song vor­ge­legt, die Heinz Ahrens für die Kon­zert­gi­tar­re be­arbeitet hat. Im umfang­rei­chen Vor­wort erklärt der Autor sei­ne Her­an­ge­hens­wei­se und ver­mit­telt wert­vol­le Erfah­run­gen eines jahr­zehn­te­lan­gen Musikerle­bens. Dies allein ist schon eine wert­vol­le Hil­fe­stel­lung für die­je­ni­gen, die sich auf den Weg machen möch­ten, eige­ne Bear­bei­tun­gen von Songs zu erstel­len, die auf der per­sön­li­chen Favo­ri­ten­lis­te einen beson­de­ren Stel­len­wert haben.
Heinz Ahrens ist einer der Musi­ker, die als Side­man in ver­schie­de­nen Bands, Orches­tern oder mit ver­schie­de­nen Solis­tIn­nen in der Show­bran­che gear­bei­tet haben, für die er auch ent­spre­chen­de Arran­ge­ments ange­fer­tigt hat. Er ent­deck­te früh, dass es auf sei­nem Instru­ment, der klas­si­schen Gitar­re, auch die Mög­lich­keit gab, Jazz­stan­dards zu spie­len. Das war zu die­ser Zeit noch eine exo­ti­sche Ange­legenheit, zumin­dest in Euro­pa. So such­te er nach eige­nen Mög­lich­kei­ten, die­ser Lie­be nach­zu­ge­hen. Im Lau­fe sei­ner Tätig­keit ent­stand eine beein­dru­cken­de Anzahl von Bear­bei­tun­gen für ver­schie­de­ne Gele­gen­hei­ten im „hohen vier­stel­li­gen Bereich“.
Ahrens hat die hier vor­lie­gen­den Songs aus­ge­wählt als Hom­mage an die Sied­ler und Pio­nie­re des ame­ri­ka­ni­schen Wes­tens; eine Wür­di­gung „an den Auf­bau eines groß­ar­ti­gen Staats­we­sens mit einer frei­heit­li­chen Ver­fas­sung“ – Wer­te, die man sich im aktu­el­len poli­ti­schen Gesche­hen erst wie­der zurück­ho­len möch­te. Man spürt in jedem ein­zel­nen Arran­ge­ment die­se Begeis­te­rung und Lie­be zu den Songs, denn die Ergeb­nis­se über­zeu­gen durch Klang und Originalität.
Jeder Song wird mit einem Text vor­ge­stellt und erscheint dann zunächst in einer Basis­ver­si­on als Lead-Sheet mit Text und Akkor­den. Dann folgt das ausge­arbeitete Arran­ge­ment und man kommt aus dem Stau­nen nicht her­aus. Die Songs, die man mög­li­cher­wei­se als Bei­spie­le für ein­fa­che Melo­dien in diver­sen Gitar­ren­schu­len tag­täg­lich im Unter­richt hört, erschei­nen plötz­lich in einem völ­lig ande­ren Licht und ver­mö­gen wie­der zu verzaubern.
Auf der getrennt erhält­li­chen CD kann und soll­te man hören, wie Heinz Ahrens sei­ne Stü­cke selbst spielt. Dabei gibt es im Detail gele­gent­lich Abwei­chun­gen vom gedruck­ten Text, die deut­lich machen, dass Inter­pre­ta­ti­on sich nicht auf buch­sta­ben­ge­treu­es Nach­spie­len von Noten beschrän­ken sollte.
Jedem, der eine Nei­gung ver­spürt, sich mit die­ser Art von Musik zu beschäf­ti­gen, sei die­se Aus­ga­be wärms­tens emp­foh­len. Die Stü­cke sind auch im Zusam­men­hang als Rhap­so­dy auf­führ­bar. Die Gesamt­spiel­zeit beträgt gut 18 Minuten.
Andre­as Stevens-Geenen