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Simon, Jürgen

Sam­pli­tu­de Music Stu­dio

Wie Sie gut klingende Aufnahmen von Ihren SchülerInnen erstellen können

Rubrik: musikschule )) DIREKT
erschienen in: üben & musizieren 2/2017 , musikschule )) DIREKT, Seite 10

Eine Aufnahme des eigenen Spiels kann für SchülerInnen ein besonderes Erlebnis und eine außergewöhnliche Erinnerung sein. Wer mehr als nur einen Konzert­mitschnitt produzieren will, muss sich mit der erforderlichen Technik vertraut machen.

Das hat wohl jeder schon ein­mal gese­hen oder auch selbst getan: Vor einem Kon­zert oder Schü­ler­vor­spiel wird ein Ste­reo­mi­kro­fon vor der Büh­ne auf­ge­stellt und das gesam­te Kon­zert auf­ge­nom­men. Sol­che Auf­nah­men tau­gen zwar durch­aus als Erin­ne­rung, sie sind aber in der Regel nicht dazu geeig­net, sie mit Stolz vor­zu­füh­ren oder gar gele­gent­lich selbst mit Genuss anzu­hö­ren. Das Publi­kum ist erstaun­lich laut zu hören, immer hus­tet jemand an der lei­ses­ten Stel­le, die eige­nen Feh­ler, die bei kei­ner Pro­be pas­siert sind, sprin­gen einem bei jedem Anhö­ren sofort ins Ohr und auch der Klang der Auf­nah­me ist unbe­frie­di­gend.

Mikro­fo­ne

Mit ein biss­chen Auf­wand, der durch­aus auch einen päd­ago­gi­schen Mehr­wert haben kann, las­sen sich Auf­nah­men pro­du­zie­ren, auf die Schü­le­rin­nen und Schü­ler stolz sein kön­nen. Da ein geeig­ne­ter Com­pu­ter heu­te über­all vor­han­den ist, benö­tigt man nur ein geeig­ne­tes Audio­in­ter­face und ein paar gute Mikro­fo­ne. Dabei ist die Anzahl der benö­tig­ten Mikro­fo­ne in ers­ter Linie davon abhän­gig, was für ein En­semb­le auf­ge­nom­men wer­den soll und wie die Akus­tik in den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Räu­men ist.
Die Auf­nah­me mit nur einem Stereomik­rofon (oder zwei ein­zel­nen Mikro­fo­nen) ist selbst bei sehr klei­nen Ensem­bles nur in Räu­men zweck­mä­ßig, die eine wirk­lich gute Akus­tik haben. Im hei­mi­schen Wohn­zim­mer oder in den übli­chen Unter­richts­räu­men ist bei der­ar­ti­gen Auf­nah­men die typi­sche Wohn­zim­mer­akus­tik nahe­zu unver­meid­lich. Hier ist es oft zweck­mä­ßi­ger, für jeden Spie­ler ein oder zwei Mikro­fo­ne mit gerin­gem Abstand zu plat­zie­ren. Zwei Mikro­fo­ne für einen ein­zel­nen Musi­ker emp­feh­len sich vor allem dann, wenn sich der Musi­ker ger­ne bewegt, was mit nur ­einem Mikro­fon zu deut­li­chen Laut­stär­ke­än­de­run­gen führt. Wenn der Bewe­gungs­be­reich mit zwei in ent­spre­chen­dem Abstand posi­tio­nier­ten Mikro­fo­nen abge­deckt wird, kann die­ser Effekt ver­mie­den wer­den. Auch bei der direk­ten Auf­nah­me eines Flü­gels emp­feh­len sich zwei Mikro­fo­ne, die jeweils im Bereich der hohen und tie­fen Sai­ten posi­tio­niert wer­den.

Fast wie beim Ton­band

Die so ent­ste­hen­den Auf­nah­men mit vie­len Spu­ren kön­nen am Ende gemischt und nach­träg­lich mit einem Raum­klang ver­sehen wer­den, ohne dass die Eigen­akus­tik des Raums eine stö­ren­de Rol­le spielt. Die Art, wie sol­che Auf­nah­men erstellt wer­den, ori­en­tiert sich auch im Digitalzeit­alter noch sehr stark an der klas­si­schen Ton­band­auf­zeich­nung. Alle Spu­ren wer­den gleich­zei­tig auf­ge­zeich­net und sol­len auch immer par­al­lel blei­ben. Und nach und nach wird die Auf­nah­me in ein­zel­nen Abschnit­ten (Takes) durch­ge­führt. Die­se ein­zel­nen Tei­le der Musik wer­den am Ende zusam­men­ge­fügt (geschnit­ten), wobei aus meh­re­ren auf­ge­nom­me­nen Takes des glei­chen Musik­ab­schnitts der jeweils bes­te aus­ge­sucht wird.
Die­se Art der Auf­nah­me wird mit der Soft­ware Magix Sam­pli­tu­de Music Stu­dio gut abge­bil­det, wenn auch eini­ge der beson­ders ele­gan­ten Funk­tio­nen (z. B. Vier-Punkt-Schnitt, erwei­ter­ter Cross­fa­de-Edi­tor) des gro­ßen Bru­ders Sequoia feh­len. In den meis­ten Fäl­len kön­nen die gewünsch­ten Ergeb­nis­se jedoch mit klei­nen Umwe­gen auch mit der hier vor­ge­stell­ten Soft­ware erzielt wer­den.

Neu­es Pro­jekt anle­gen

Der ers­te Umweg wird bereits beim Anle­gen eines neu­en Pro­jekts erfor­der­lich. Direkt beim Star­ten des Pro­gramms (oder im Menü „Datei > Neu­es vir­tu­el­les Pro­jekt [VIP]“) öff­net sich der Assis­tent zum Anle­gen neu­er Pro­jek­te. Hier kann im Regis­ter „Lee­res Pro­jekt“ zwar ein Pro­jekt mit belie­big vie­len Audio­spu­ren ange­legt wer­den, die­se sind jedoch grund­sätz­lich als Ste­reo­spu­ren vor­ge­ge­ben. Der ein­fachs­te Weg, um zu einem Pro­jekt mit Mono­spu­ren zu gelan­gen, ist, zunächst ein Pro­jekt mit nur einer Spur anzu­le­gen. Nun kann mit einem Rechtsklick auf den Auf­nah­me­but­ton im Spur­kopf das Menü mit den Spur­ein­stel­lun­gen auf­ge­ru­fen und die Spur auf „Mono In“ geschal­tet wer­den. Anschlie­ßend kön­nen die rest­li­chen benö­tig­ten Spu­ren ange­legt wer­den, die dann bereits von vor­ne­her­ein auf „Mono In“ ein­ge­stellt sind. Zuletzt muss für jede Spur ein eige­ner Ein­gangs­ka­nal gewählt wer­den, sodass jedes Mikro­fon einer eige­nen Spur zuge­ord­net ist.

Aus­steu­ern

Die nächs­te Auf­ga­be ist die Aus­steue­rung. Wer noch die Aus­steue­rung von Band- oder Kas­set­ten­ge­rä­ten kennt, muss sich hier neu ori­en­tie­ren. Wäh­rend bei der ana­lo­gen Tech­nik eine mög­lichst hohe Aus­steue­rung wün­schens­wert war, um das Rau­schen zu ver­min­dern, muss bei Digi­tal­auf­nah­men vor allem dar­auf geach­tet wer­den, dass kei­ne Über­steue­run­gen auf­tre­ten, denn Signa­le über 0dB wer­den bei Digi­tal­tech­nik hart begrenzt, was zu star­ken Ver­zer­run­gen führt. Ande­rer­seits sind moder­ne 24-Bit-Wand­ler so rausch­arm, dass eine zu schwach aus­ge­steu­er­te Auf­nah­me ohne stö­ren­des Rau­schen beim Mischen „hoch­ge­zo­gen“ wer­den kann. Es hat sich daher ein­ge­bür­gert, als Maxi­mal­pe­gel ca. -10dB bis -12dB ein­zu­stel­len.

Auf­neh­men

Nun kann die Auf­nah­me begin­nen. Samp­litude Music Stu­dio erzeugt auto­ma­tisch grup­pier­te Objek­te für jeden ein­zel­nen Take und num­me­riert die Takes durch. Dies erleich­tert die spä­te­re Ori­en­tie­rung erheb­lich. Lei­der hat Magix auch hier eine sehr ange­neh­me Opti­on ein­ge­spart. Wenn die Auf­nah­me mit dem Auf­nah­me­knopf gestar­tet und gestoppt wird, dann springt der Posi­ti­ons­an­zei­ger nach der Auf­nah­me an den Beginn der gera­de gemach­ten Auf­nah­me. Das führt dazu, dass die nächs­te Auf­nah­me die vori­ge über­schreibt. In der Regel ist es aber wün­schens­wert, wie bei einem Ton­band­ge­rät die nächs­te Auf­nah­me an das Ende der vor­he­ri­gen Auf­nah­me anzu­hän­gen. Hier­zu gibt es ver­schie­de­ne Tricks, wie die­ses Ver­hal­ten erreicht wer­den kann. Am ele­gan­tes­ten ist es, wenn ein DAW-Con­trol­ler wie z. B. eine Mackie-Con­trol zur Ver­fü­gung steht. Damit kann eine lau­fen­de Auf­nah­me durch erneu­tes Drü­cken der Auf­nah­me­tas­te gestoppt und der Auf­nah­me­zei­ger an das Ende der Auf­nah­me gesetzt wer­den.
Wer kei­nen Con­trol­ler zur Ver­fü­gung hat, kann ein ähn­li­ches Ver­hal­ten mit der Com­putertastatur errei­chen. Wird die Auf­nah­me mit der Kom­ma­tas­te gestoppt, springt der Auf­nah­me­zei­ger kurz hin­ter das Ende der Auf­nah­me. Es ent­ste­hen dann zwar klei­ne Lücken zwi­schen den ein­zel­nen ­Takes, das spielt in die­sem Zusam­men­hang jedoch kei­ne Rol­le. Bereits wäh­rend der Auf­nah­me soll­ten Auf­zeich­nun­gen dar­über geführt wer­den, wel­cher Take an wel­cher Stel­le gut oder schlecht ist. Das erleich­tert das spä­te­re Schnei­den erheb­lich, weil nicht das gesam­te Auf­nah­me­ma­te­ri­al erneut durch­ge­hört wer­den muss.

Schnei­den

Für das Schnei­den des Pro­jekts soll­te zunächst ein zwei­tes Pro­jekt ange­legt wer­den, das als Ziel­pro­jekt für das End­ergeb­nis dient. Der ein­fachs­te Weg dazu ist, das Pro­jekt mit „Datei > Spei­chern unter“ unter einem neu­en Namen zu spei­chern und dann alle Takes aus die­sem Ziel­pro­jekt zu löschen. Da in Samp­litude Music Stu­dio die Objek­te (Takes) eines Pro­jekts nicht direkt die Audio­da­ten ent­hal­ten, son­dern nur auf die geson­dert gespei­cher­ten Audio­da­ten ver­wei­sen, wird für Kopi­en eines Pro­jekts, die mit „Spei­chern unter“ erzeugt wer­den, nahe­zu kein Spei­cher­platz benö­tigt. Daher ist es durch­aus zweck­mä­ßig, Zwi­schen­stän­de durch zusätz­li­che Kopi­en des Pro­jekts zu sichern.
Nun kön­nen bei­de Pro­jek­te gleich­zei­tig geöff­net wer­den. Der bes­se­ren Über­sicht wegen emp­fiehlt es sich, die Pro­jek­te unter­­einander anzu­ord­nen. Dazu fas­sen wir eines der Pro­jek­te an sei­nem Tab und zie­hen es auf das Rich­tungs­kreuz, das nach dem Lösen des Tabs in der Mit­te des Fens­ters erscheint. Nun kön­nen die gewünsch­ten Takes ein­fach durch Kopie­ren aus dem Ori­gi­nal­pro­jekt in das Ziel­pro­jekt ein­ge­fügt wer­den. Es ist dabei mög­lich, den glei­chen Take mehr­fach ein­zu­fü­gen. Damit beim Ver­schie­ben eines Objekts nach­fol­gen­de Objek­te mitverscho­ben wer­den, wäh­len wir als Objekt­mo­dus „Objek­te auf allen Spu­ren ver­bin­den“ ent­we­der in der Werk­zeugleis­te oder über das Menü („Bear­bei­ten > Objekt­mo­dus“) aus.
Der eigent­li­che Schnitt­vor­gang geschieht nun in meh­re­ren Schrit­ten. Zunächst wer­den die bei­den an einem Schnitt betei­lig­ten Objek­te grob zuge­schnit­ten, sodass das Ende des ers­ten Objekts kurz hin­ter den Schnitt ein­ge­stellt wird und der Anfang des zwei­ten Objekts unge­fähr auf den Punkt, an dem geschnit­ten wer­den soll. Dies kann ent­we­der mit den Anfas­sern im unte­ren Objekt­be­reich gesche­hen oder durch Tren­nen der Objek­te an den gewünsch­ten Stel­len und Löschen der nicht mehr benö­tig­ten Teil­ob­jek­te. Nun schie­ben wir die bei­den Objek­te über­ein­an­der. Samp­litude Music Stu­dio fügt dann auto­ma­tisch ein Cross­fa­de am Beginn des zwei­ten Objekts ein. Der vor­ein­ge­stell­te Wert von 35 Mil­li­se­kun­den ist ein guter Aus­gangs­wert.
Ein har­ter Schnitt ohne Cross­fa­de ist (außer in einem Bereich abso­lu­ter Stil­le) nicht sinn­voll, da die­ser immer zu hören sein wird. Auch zu Zei­ten ana­lo­ger Ton­band­ge­rä­te wur­de eine Art Cross­fa­de für den Schnitt ver­wen­det. Das Band wur­de nicht gera­de, son­dern in einem 45°-Winkel geschnit­ten, wodurch auto­ma­tisch ein Cross­fa­de ent­stand, des­sen Län­ge je nach Band­ge­schwin­dig­keit zwi­schen 10 und 20 Mil­li­se­kun­den lag.

Abbil­dung: Wenn eine gro­ße Zoom­ein­stel­lung (Bereich < 1 Sekun­de) gewählt wird, kann man den Schnitt (gelb mar­kiert) sehr fein­füh­lig bear­bei­ten.

Um die opti­ma­le Posi­ti­on für den Schnitt zu fin­den, ist etwas Pro­bie­ren not­wen­dig. Dabei ist es zweck­mä­ßig, eine deut­lich höhe­re Zoom­stu­fe zu wäh­len. Um schnell und effek­tiv zu arbei­ten, bie­tet es sich an, zunächst drei Zoom­stu­fen für das Ziel­pro­jekt anzu­le­gen. Die­se kön­nen über die ­Tas­ten 4, 5 und 6 auf dem Zif­fern­block schnell abge­ru­fen wer­den. Eine Stu­fe ­soll­te einen Pro­jekt­über­blick ermög­li­chen. Eine zwei­te Stu­fe soll­te einen Aus­schnitt von ca. fünf bis zehn Sekun­den defi­nie­ren, die ein gro­bes Posi­tio­nie­ren des Schnitts ermög­licht. Die drit­te Stu­fe soll­te sehr kurz, unter­halb von einer Sekun­de, defi­niert wer­den. Dies sorgt dafür, dass das Pro­jekt beim Abspie­len nicht scrollt, sodass der Schnitt immer sicht­bar bleibt. Nun kann der Schnitt durch Ver­schie­ben des zwei­ten Objekts, durch Ver­än­dern des Beginns des zwei­ten Objekts und durch Ändern der Cross­fa­de-Dau­er opti­mal ange­passt wer­den. Am ein­fachs­ten geht das, wenn man vor­her einen Bereich von ca. zwei bis drei Sekun­den Dau­er genau über den Schnitt legt. Dann wird beim Drü­cken der Leer­tas­te genau die­ser Bereich um den Schnitt abge­spielt.

Mischen

Erst wenn das gesam­te Pro­jekt fer­tig geschnit­ten ist, soll­te man ans Mischen gehen. Hier ist es zweck­mä­ßig, in meh­re­ren Schrit­ten vor­zu­ge­hen. Zunächst soll­te man nur mit Hil­fe des Mixers einen sta­ti­schen Mix erzeu­gen. Dazu wer­den die ein­zel­nen Spu­ren im Pan­ora­ma plat­ziert und auch eine Grund­laut­stär­ke für jeden Kanal fest­ge­legt. Gera­de bei Auf­nah­men von klas­si­scher Musik soll­te die Dyna­mik der Inst­rumente schon bei der Auf­nah­me so aus­ge­wo­gen sein, dass eine nach­träg­li­che Ver­än­de­rung an ein­zel­nen Spu­ren nur aus­nahms­wei­se erfor­der­lich ist. Wenn sol­che indi­vi­du­el­len Ände­run­gen an der Laut­stär­ke doch erfor­der­lich sein soll­ten, dann bie­tet die Soft­ware dafür meh­re­re Mög­lich­kei­ten an.

Abbil­dung: Die mit der Laut­stär­ke­au­to­ma­ti­on auf­ge­zeich­ne­ten Bewe­gun­gen des Spur­f­a­ders wer­den als gel­be Kur­ve ange­zeigt. Die Kur­ve kann direkt mit der Maus bear­bei­tet wer­den.

Zunächst muss die Laut­stär­ke­au­to­ma­ti­on für die jewei­li­gen Spu­ren akti­viert wer­den. Die ele­gan­tes­te Mög­lich­keit, die Laut­stär­ke ein­zel­ner Spu­ren an bestimm­ten Stel­len zu ändern, ist, die Ände­run­gen wäh­rend der Wie­der­ga­be direkt auf­zu­zeich­nen. Die­se Auf­ga­be wird mit Hil­fe der Touch-Ein­stel­lung der jewei­li­gen Spu­ren akti­viert. Wenn ein DAW-Con­trol­ler zur Ver­fü­gung steht, kann dies direkt über den Fader gesche­hen. Aber auch mit der Maus durch­ge­führ­te Ände­run­gen im Mixer wer­den so auf­ge­zeich­net. Auf die glei­che Wei­se kön­nen auch Auto­ma­tio­nen für ande­re Para­me­ter wie Pan, Aux und den Equi­li­zer erzeugt wer­den. Jedoch soll­te von die­sen Mög­lich­kei­ten bei klas­si­scher Musik nur spar­sam Gebrauch gemacht wer­den, da sich ansons­ten schnell ein unna­tür­li­ches und unru­hi­ges Klang­bild ergibt.

Effek­te hin­zu­fü­gen

Auch der Ein­satz von Effek­ten wie Nach­hall und Kom­pres­so­ren muss mit Augen­maß erfol­gen. Gera­de bei Auf­nah­men mit vie­len indi­vi­du­el­len Mikro­fo­nen ist ein dezen­ter Hall mit einer rela­tiv kur­zen Nach­hall­zeit gut geeig­net, damit sich das Ergeb­nis wie ein Ensem­ble und nicht wie eine Samm­lung ein­zel­ner Instru­men­te anhört. Zu viel Hall wirkt jedoch schnell künst­lich. Das von Samp­litude Music Stu­dio mit­ge­lie­fer­te Hall-Plugin ist ein­fach, ohne vie­le Ein­stel­lun­gen, klingt aber durch­aus anspre­chend. Oft führt es zu einem bes­se­ren Ergeb­nis, den Nach­hall statt als Insert­effekt mit einem Aux-Kanal zu rea­li­sie­ren. So kann eine sehr fein­füh­li­ge Bei­mi­schung des Halls erfol­gen. Außer­dem kann das Fre­quenz­spek­trum des Nach­halls dann mit Hil­fe eines nach­ge­schal­te­ten Equa­li­zers ange­passt wer­den. Dies führt meist zu natür­li­che­ren Ergeb­nis­sen als der Klang­regler des Hall­ef­fekts.
Um den Hör­ge­wohn­hei­ten moder­ner Auf­nah­men zu ent­spre­chen, kann als eine der letz­ten Stu­fen (als Insert­ef­fekt im Mas­ter­ka­nal) noch ein dezen­ter Kom­pres­sor ein­ge­setzt wer­den. Dadurch klingt die Auf­nah­me druck­vol­ler. Doch auch hier gilt wie bei allen Effek­ten: nicht über­trei­ben.