Mauz, Rudolf / Vincent Haïssaguerre

Saxo­phon­schu­le

Altsaxophon spielen mit Spaß und Fantasie, Band 1/Spielbuch zu Band 1, jeweils mit Online-Material

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2021
erschienen in: üben & musizieren 5/2021 , Seite 63

Rudolf Mauz ist kein Unbe­kann­ter. Brach­te er doch bereits vor der Jahr­tau­send­wen­de nach und nach die sehr erfolg­rei­chen drei Bän­de Die fröh­li­che Kla­ri­net­te her­aus, die noch heu­te zum gän­gi­gen Reper­toire ange­hen­der Kla­ri­net­tis­tIn­nen gehört. Nun hat sich Mauz mit dem Saxo­fo­nis­ten Vin­cent Haïs­sa­guer­re zusam­men­ge­tan – bei­de übri­gens an der Tübin­ger Musik­schu­le tätig – und brach­te den moder­nen und sym­pa­thisch auf­ge­mach­ten ers­ten Band einer neu­en Saxo­phon­schu­le für die Alt­stim­mung in Es und ein dazu pas­sen­des Spiel­buch her­aus. Fröh­lich­keit, Spaß am Instru­ment, Fan­ta­sie, Musi­ka­li­tät und klei­ne­re Impro­vi­sa­tio­nen möch­ten den Ler­nen­den den rich­ti­gen Weg wei­sen, indem vie­le Übun­gen zum Mit­spie­len auch her­un­ter­ge­la­den wer­den kön­nen und zudem „alters­neu­tral kon­zi­piert“ sind.
Wie bereits die Kla­ri­net­ten­schu­le hat vor­lie­gen­des Schul­werk einen ähn­li­chen Auf­bau: Nach der Erläu­te­rung der Saxo­fon­tei­le, der Spiel­hal­tung und Atmung dür­fen die ers­ten leich­ten Stan­dard­tö­ne gebla­sen und die ers­ten Rhyth­men geklatscht wer­den. Zu jedem neu­en Ton gibt es Fin­ger­übun­gen, klei­ne­re Stü­cke und bald auch Duet­te, dazu Rhyth­mus­übun­gen und nicht zuletzt wird der Schü­ler auf­ge­for­dert, aktiv mit Blei­stift feh­len­de Noten zu ergän­zen oder ein Stück aus­wen­dig zu spielen.
Behut­sam ist etwas Musik­theo­rie ein­ge­streut; die Schü­le­rIn­nen wer­den zum Ton­lei­ter­spiel ermun­tert und die Autoren geben Tipps zur rich­ti­gen Into­na­ti­on. In Free­style wer­den mit neu­er Nota­ti­on wei­te­re Spiel­mög­lich­kei­ten und Effek­te auf­ge­zeigt. Dabei wird auch nicht ver­säumt, zum Spiel­buch über­zu­lei­ten, um Gleich­wer­ti­ges spie­len zu kön­nen. Eine Griff­ta­bel­le von c' bis c''' und eine klei­ne­re, zusam­men­fas­sen­de Musik­leh­re mit ein­fa­chen Inter­val­len, Noten­wer­ten, Ton­lei­tern und Drei­klän­gen schlie­ßen die­se mit viel Lie­be und päd­ago­gi­scher Kom­pe­tenz geschaf­fe­ne Schu­le ab.
Das Spiel­buch ist eine sinn­vol­le Ergän­zung zur Schu­le auf glei­chem Spiel­ni­veau. Es ent­hält, so die bei­den Her­aus­ge­ber, „attrak­ti­ve Stü­cke aus unter­schied­li­chen Stil­rich­tun­gen von der Renais­sance bis zur Roman­tik für Unter­richt, Vor­spie­le und Kon­zer­te“ mit Kla­vier­be­glei­tung (29 Num­mern) und gegen Schluss mit einer rei­nen Saxo­fon­be­set­zung (acht Num­mern). Dar­un­ter fin­den sich folk­lo­ris­ti­sche Lie­der und Gesän­ge genau­so wie der Can Can von Jac­ques Offen­bach oder Spi­ri­tu­als wie Batt­le of Jeri­cho. Die rei­nen, vor­wie­gend vier­stim­mi­gen Saxof­hon­stü­cke für drei Alt­sa­xo­fo­ne und ein Tenor­sa­xo­fon sind hilf­reich, um das Auf­ein­an­der-Hören zu erler­nen, wobei das letz­te, der Peache­ri­ne Rag von Scott Jop­lin für den einen oder ande­ren Schü­ler wohl eine klei­ne Her­aus­for­de­rung mit Blick auf den Fol­ge­band sein wird.
Wer­ner Bodendorff