Mertens, Sebastian

Sinn­stif­ten­des Kom­mu­ni­zie­ren im Musik­un­ter­richt

Schwierigkeiten und ­Herausforderungen

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Wißner, Augsburg 2018
erschienen in: üben & musizieren 1/2019 , Seite 54

Mit die­sem Buch ver­folgt Sebas­ti­an Mer­tens das Anlie­gen, sinn­stif­ten­des Kom­mu­ni­zie­ren als Merk­mal guten Unter­richts in einen musik­di­dak­ti­schen Zusam­men­hang zu stel­len, und denkt dar­über nach, mit­hil­fe wel­cher fach­di­dak­ti­scher Model­le die Qua­li­tät sinn­stif­ten­den Kom­mu­ni­zie­rens im Musik­un­ter­richt erhöht wer­den kann. Dabei ist zudem Ziel des Kon­zepts, Leh­re­rIn­nen bei der Aus­wahl von Unter­richts­ge­gen­stän­den sowie im Um­gang mit Hete­ro­ge­ni­tät zu unter­stüt­zen, wes­halb er den Begriff Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung nennt, jedoch nicht wei­ter dif­fe­ren­ziert und auf ein­schlä­gi­ge Veröffent­lichungen ver­weist.
Aus­ge­hend von theo­re­ti­schen Über­le­gun­gen zum sinn­stif­ten­den Kom­mu­ni­zie­ren als ein Kri­te­ri­um für Unter­richts­qua­li­tät bespricht Sebas­ti­an Mer­tens Sinn­stif­tungs­pro­zes­se im Musikunter­richt sowie den Bei­trag der Zie­le sinn­stif­ten­den Kom­mu­ni­zie­rens am Lern­er­folg. Dabei nimmt er neben Qua­li­tät und Lern­er­folg wei­te­re zen­tra­le Begrif­fe wie Bedeu­tungs­zu­wei­sung, Inter­es­sen­bil­dung oder Lern­mo­ti­va­ti­on in den Blick.
Im zwei­ten Kapi­tel beschäf­tigt er sich dar­auf­hin mit Sinn­stif­tung als Kri­te­ri­um für erfolg­rei­che Kom­munikation im Unter­richt und geht im Anschluss an die Dis­kus­si­on kom­mu­ni­ka­ti­ons- und bedeu­tungs­theo­re­ti­scher Grund­la­gen aus­führ­lich auf drei für ihn wich­ti­ge Aspek­te in Bezug auf die Qua­li­tät sinn­stif­ten­den Kom­mu­ni­zie­rens ein: Kon­tin­genz erfah­ren, Geschmacks­ur­tei­le von ästhe­ti­schen Urtei­len tren­nen und eine ver­stän­di­ge Musik­pra­xis errei­chen.
Sei­nem Ansatz des nor­ma­ti­ven Zugangs bei der Konzeptentwick­lung wird er lei­der nicht immer gerecht, da die von ihm ange­führ­ten Ergeb­nis­se empi­ri­scher Stu­di­en häu­fig undis­ku­tiert blei­ben oder nicht ange­mes­sen nach­vollziehbar sind. Die Über­le­gun­gen in Bezug auf eine mög­liche Umset­zung in der Pra­xis sowie die Schil­de­run­gen von Praxis­erfahrungen erwei­sen sich hin­ge­gen als beson­de­re Stär­ken des Buchs.
Dies zeigt sich vor allem im zwei­ten Teil, in dem kon­kre­te Unter­richts­ide­en am Bei­spiel des Musik­ge­brauchs im Film 2001 – A Space Odys­sey ent­wi­ckelt wer­den. Hier besticht Mer­tens mit einer sach­kun­di­gen und detail­lier­ten Ana­ly­se des Gegen­stands sowie mit einer eben­so aus­führ­li­chen didak­ti­schen Ana­ly­se als Vor­be­rei­tung sinn­stif­ten­den Kom­munizierens, von der aus­ge­hend er mög­li­che Anläs­se sinn­stif­ten­den Kom­mu­ni­zie­rens an unter­schied­li­chen kon­kre­ten Bei­spie­len ent­fal­tet und Vor­schlä­ge für eine anspruchs­vol­le Unter­richts­rei­he im Unter­richt der Sekun­dar­stu­fe II macht. Der wich­ti­ge Aspekt der Gesprächs­füh­rung in Pro­zes­sen sinn­stif­ten­den Kom­mu­ni­zie­rens wird schließ­lich geson­dert in einem eige­nen Kapi­tel the­ma­ti­siert.
Ins­ge­samt erhält man in die­sem Buch eine Viel­zahl mög­li­cher Anläs­se sinn­stif­ten­den Kom­mu­ni­zie­rens im Unter­richt, aus denen sich Ide­en für eige­ne Unterrichts­stunden gene­rie­ren las­sen.
Sebas­ti­an Herbst