Snidero, Jim

The Essence Of The Blues

10 great etudes for playing and improvising on the blues für Altsaxofon/Tenorsaxofon/Klarinette/Trompete/Flöte/Posaune, jeweils mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: advance music, Mainz 2018
erschienen in: üben & musizieren 5/2018 , Seite 60

Zum The­ma Blues für Blä­ser exis­tie­ren bereits zahl­rei­che Ein­füh­run­gen. Bei der Fül­le an Mate­ria­li­en kann es zur Her­aus­for­de­rung wer­den, eine gut ver­ständ­li­che und pra­xis­na­he Dar­stel­lungs­form zu wäh­len. Die Etü­den­samm­lung The Essence Of The Blues des renom­mier­ten Saxo­fo­nis­ten, Kom­po­nis­ten und Leh­rers Jim Snide­ro bie­tet einen neu­en Ansatz­punkt. Sein Kon­zept nutzt das selbst­er­klä­ren­de Poten­zi­al authen­ti­scher Jazz- und Blues-Num­mern genau­so wie es die untrenn­ba­re Ver­bin­dung von Theo­rie und Pra­xis berück­sich­tigt. Die sorg­fäl­tig zusam­men­ge­stell­ten Übungs­stü­cke bie­ten eine trans­pa­ren­te Mög­lich­keit, die Evo­lu­ti­on der Jazz- und Blues-Sti­le der 1930er bis 1970er Jah­re anhand his­to­ri­scher Bei­spie­le nach­zu­voll­zie­hen.
Die Band­brei­te von Swing über Bebop, Hard­bop, Soul Jazz, Modal Jazz bis hin zu R&B und Funk wird unter Bezug­nah­me auf Ori­gi­nal­kom­po­si­tio­nen, zum Bei­spiel von Duke Elling­ton, Son­ny Rol­lins, Lou Donald­son und Blue Mit­chell, prä­sen­tiert. Zu jedem Stück wer­den Key­notes zu Stil und his­to­ri­schem Vor­bild gelie­fert. So wer­den die theo­re­ti­schen Grund­la­gen mit den Cha­rak­te­ris­ti­ka der indi­vi­du­el­len Aus­deu­tun­gen des Blues in Text und Noten­bild fest­ge­hal­ten. Die mar­kan­ten Eigen­hei­ten in Har­mo­nik, Melo­die­bil­dung und Rhyth­mus sind so zusam­men­ge­stellt, dass die Ver­knüp­fung zum gemein­sa­men Fun­da­ment stets gut gelingt.
Detail­lier­te Infor­ma­tio­nen zur mu­sikalischen Inter­pre­ta­ti­on und Anre­gun­gen zur Ent­wick­lung eige­ner Impro­vi­sa­ti­ons­ide­en wer­den kom­bi­niert. Auf die­se Wei­se kön­nen har­mo­ni­sches Bewusst­sein und Stil­ge­fühl pra­xis­nah geschult wer­den. Zu der Maxi­me, Jazz am bes­ten live oder von Auf­nah­men zu ler­nen, wird hier auch durch die Begleit-CD und den Hin­weis auf his­to­ri­sche Ein­spie­lun­gen der Jazz­grö­ßen eine Brü­cke geschla­gen.
Jim Snide­ros Her­an­ge­hens­wei­se erin­nert zuwei­len an die Metho­dik der Real Books oder der All-that-Jazz-Serie. Das Beson­de­re ist sein Facet­ten­reich­tum und die leicht­fü­ßi­ge Manier, das Typi­sche des Blues-Idi­oms in kon­zen­trier­ter Form zu ver­mit­teln, ohne dass es die Musi­ke­rIn­nen über­for­dert. Die Aus­ga­ben eig­nen sich für Schü­le­rIn­nen ab dem mitt­le­ren Niveau und sind eine wert­vol­le Ergän­zung für die blä­se­ri­sche Aus­bil­dung. Sie bie­ten im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes „essen­zi­el­le“ Infor­ma­tio­nen, um ein Bewusst­sein für den Blues zu ent­wi­ckeln und ihn im Selbst­stu­di­um oder in der Grup­pe prak­tisch zu erpro­ben.
Julia­ne E. Bal­ly