Mohr, Andreas / Barbara Völkel

Toni singt. Hand­buch für das Sin­gen in der Kita

Lieder, Spiele, Geschichten und Verse, mit CD

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Schott, Mainz 2019
erschienen in: üben & musizieren 4/2020 , Seite 60

Andre­as Mohr, Exper­te auf dem Gebiet der Kin­der­stimm­bil­dung, und die erfah­re­ne Vokal­päd­ago­gin Bar­ba­ra Völ­kel legen ein Grund­la­gen­werk vor, wel­ches das Sing­för­der­pro­jekt „Toni singt“ (2004 vom Chor­ver­band NRW initi­iert) in Kitas beglei­ten kann. Mohr und Völ­kel stüt­zen sich auf drei didak­ti­sche Prin­zi­pi­en: Sin­gen in kind­ge­rech­ter Sing­la­ge, auf­bau­en­de Stimm­bil­dung und ganz­heit­li­che Aneig­nung der Lie­der.
Die Aus­wahl der 80 Lie­der und 19 „Ate­liers“, die „aus­führ­li­che ­Erläu­te­run­gen zu bestimm­ten stimm­bild­ne­ri­schen und didak­ti­schen The­men“ ent­hal­ten, wird in der Ein­lei­tung gut begrün­det. Eine CD-ROM bie­tet neben einem Audio-Teil mit Auf­nah­men von 28 Lie­dern (Solo­ge­sang mit Gitar­ren­be­glei­tung) auch einen PDF-Teil mit zusätz­li­chen Begleit­sät­zen zu 17 Lie­dern sowie fünf Bild­kar­ten und Gra­fi­ken.
Der Haupt­teil des Buchs besteht aus den Lie­dern. Die Glie­de­rung der Vor­schlä­ge zur Gestal­tung ist bei jedem Lied weit­ge­hend iden­tisch; es gibt Infor­ma­tio­nen zum Lied selbst, zur Stim­me und dazu, ob das Lied neu ein­ge­führt wird oder schon bekannt ist. Bei eini­gen Lie­dern wird auch auf den mög­li­chen Ein­satz von Inst­rumenten sowie der Sol­mi­sa­ti­on und Rhyth­mus­spra­che ein­ge­gan­gen.
In unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den sind 18 Spie­le und Geschich­ten (meist zur Stimm­bil­dung) ein­ge­fügt, ver­se­hen mit einem Ver­weis, für wel­ches Lied sie vor­be­rei­tend oder ver­tie­fend ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Eben­so fin­den sich die „Ate­liers“ zwi­schen die Lie­der und Geschich­ten gestreut, ohne Bezug auf unmit­tel­bar dane­ben abge­druck­te Lie­der zu neh­men. Bei mei­nem Ver­such, mir einen Ein­druck über das Gesamt­an­ge­bot zu ver­schaf­fen, ver­wirr­te mich die­se Glie­de­rung ein wenig und ich mar­kier­te mir zunächst alle Sei­ten mit „Ate­liers“ wie auch mit den „Geschich­ten“, um sie in ihrem Wert für die Arbeit an den Lie­dern ken­nen und ein­schät­zen zu ler­nen.
Die Aus­wahl der Lie­der ist eine gelun­ge­ne Mischung aus über­lie­fer­ten und neu­en Kin­der­lie­dern und sol­chen aus ande­ren Kul­tur­krei­sen und Spra­chen (immer­hin 14). Die didak­ti­sche Beglei­tung durch die Anmer­kun­gen zu den Lie­dern, die Stimm­bil­dungs­ge­schich­ten und die zusätz­li­chen Infor­ma­tio­nen in den „Ate­liers“ ist krea­tiv und kom­pe­tent, sprach­lich klar aus­ge­führt und nicht über­la­den.
Wer sich inten­si­ver mit der Didak­tik zum Sin­gen im Kin­der­gar­ten, mit Fra­gen zur Stimm­bil­dung sowie mit psy­cho­lo­gi­schen Aspek­ten des Sin­gens beschäf­ti­gen möch­te, kann sich im Kapi­tel „Hin­ter­grund­wis­sen“ bes­tens bera­ten las­sen. Auch der Rela­ti­ven Sol­mi­sa­ti­on und der Rhyth­mus­spra­che nach Zol­tán Kodá­ly sind Abschnit­te gewid­met.
Eckard Schif­fer resü­miert in sei­nem Bei­trag: „Sin­gen, ins­be­son­de­re auch gemein­sa­mes Sin­gen ohne Leis­tungs­druck, ist gesund, macht fröh­lich, för­dert sozia­le Fähig­kei­ten und klingt auf Dau­er immer bes­ser.“ Wor­auf also noch war­ten?
Manue­la Wid­mer