Weigand, Norbert

Tuba

Eine praktische Anleitung für den Jazzneuling, mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Dux, Manching 2019
erschienen in: üben & musizieren 2/2020 , Seite 62

Die meis­ten Wer­ke für Tuba ent­ste­hen aus der Not her­aus. Es gibt näm­lich noch immer viel Luft nach oben in der klas­si­schen Tuba-Lite­ra­tur. Somit ist es nicht ver­wun­der­lich, dass es im Bereich Jazz sogar noch weni­ger zu kau­fen gab. Nor­bert Wei­gand muss­te sich, wie er im Vor­wort sei­ner Publi­ka­ti­on schreibt, sei­ne Grund­la­gen müh­sam selbst zurecht­le­gen, um einen Zugang zum Spiel nach Akkord­sym­bo­len, wie es in tra­di­tio­nel­len Jazz­bands üblich ist, zu bekom­men. Ihm ist es durch sei­ne jah­re­lan­ge Erfah­rung gelun­gen, die wich­tigs­ten Jazz-Grund­la­gen zusam­men­zu­fas­sen und gut ver­ständ­lich in zwei Spra­chen zu erklä­ren.
Wei­gand spricht damit sowohl Ama­teu­re als auch Pro­fi­mu­si­ke­rIn­nen an. Er weist dar­auf hin, dass man umfang­rei­che Vor­kennt­nis­se haben muss, wes­halb die Schu­le nicht für Anfän­ge­rIn­nen geeig­net ist. Da ein klas­si­sches Musik­stu­di­um bes­ten­falls theo­re­tisch über Jazz infor­miert, ist die­ses Werk auch für den Pro­fi eine will­kom­me­ne Neu­erschei­nung. Gera­de bei Blech­blä­se­rIn­nen ist es oft üblich, dass man aus der Blas­ka­pel­le her­aus, die sich eher der tra­di­tio­nel­len Volks­mu­sik wid­met, in Rich­tung Musik­stu­di­um strebt. Die wenigs­ten wis­sen dabei, dass Jazz genau aus die­ser Volks­mu­sik des 18. und 19. Jahr­hun­derts ent­stan­den ist.
Nor­bert Wei­gand infor­miert sehr detail­liert über Stan­dard-Har­mo­nie­fol­gen, Kir­chen­ton­ar­ten und den Wal­king Bass und bleibt dabei stets pra­xis­ori­en­tiert. Der Hin­weis, es sei­en kei­ne Kennt­nis­se in Jazz-Har­mo­nie­leh­re erfor­der­lich, trifft voll zu, weil Wei­gand alle Übun­gen genau notiert und erklärt. Wenn man den Unter­schied zwi­schen einem Musi­ker und einem Musi­kan­ten erklä­ren möch­te, braucht man nur zwei Begrif­fe: Kopf und Bauch. Im opti­ma­len Fall hat man bei­des. Das nöti­ge Wis­sen und das Gespür für die Musik. Aus die­sem Grund sind musi­kan­ti­sche Ver­an­la­gun­gen, die man in der Regel nicht an einer Hoch­schu­le lernt, im Jazz sehr nütz­lich.
Nor­bert Wei­gand ver­passt es nicht, den Spie­ler auf sei­ne Rol­le als Beglei­ter hin­zu­wei­sen, und moti­viert ihn zugleich mit dem Hin­weis, wie wich­tig die­se Funk­ti­on als sta­bi­le Basis für eine Band sei. Die bei­lie­gen­de Play-along-CD lie­fert Rhyth­men, die jeder kennt, und lässt einen sofort spü­ren, dass es ohne das Bass-Fun­da­ment ein­fach nicht geht.
Durch die­se Publi­ka­ti­on ist die Tuba wie­der einen gro­ßen Schritt wei­ter­ge­kom­men.
Sieg­fried Jung