Schäffler, Philipp
Ukulele ist klasse
Band 1: Liedbegleitung (Akkorde und Strumming)
Die Ukulele wird immer beliebter als Einsteigerinstrument und damit einhergehend vergrößert sich auch das Angebot an Unterrichtsmaterial. Neuester Zugang im Ukulelen-Buch-Dschungel ist Philipp Schäfflers Arbeits- und Übungsbuch Ukulele ist klasse. Der Autor ist echter Ukulelenfreund und Musikpädagoge an öffentlichen Schulen. Der 60-seitige Band erinnert daher sehr an ein Schulbuch, mit einer kurzen Eingangsbefragung, was der Schüler/die Schülerin vom Ukulelen-Unterricht erwartet, und kurzen schriftlichen Aufgaben, die sich durch das ganze Buch ziehen.
Am Anfang steht eine Einführung in das Instrument. Gut verständlich und grafisch ansprechend aufbereitet, werden die Instrumentenparts, Stimmung sowie Haltung, Greiftechnik und Anschlagstechnik erklärt. Dann geht es mit den ersten zwei Akkorden los, die mithilfe von Griffbildern vermittelt werden. Das erste Beispiel ist äußerst zeitgemäß. Billie Eilishs Cover des Drake-Songs Hotline Bling kommt mit diesen zwei Akkorden aus und wird ohne Noten oder Leadsheet erklärt. Der Text und an den entsprechenden Stellen stehende Akkorde müssen reichen. QR-Codes führen zu YouTube-Videos des Songs, um eine Vorstellung zu bekommen, wie zwei Akkorde auf der Ukulele und Gesang im modernen Popgewand klingen können.
Ab Seite 18 wird scharf vom modernen Pfad abgebogen. Hejo, spann den Wagen an und Bruder Jakob sind Klassiker des 70er-Jahre-Musikunterrichts und haben im Laufe der Jahre nicht unbedingt an musikalischer Spannung und Aktualität gewonnen, vermitteln aber die nächsten zwei Akkorde A-Dur und D-Dur. Der Theorie-Ausflug der nächsten Seiten ist wohl der Anwendung des Buchs im Schulumfeld geschuldet. Ich persönlich finde Erklärung von Dur- und Moll-Tonalität, Vierklangsbildung, Rhythmuspyramide und Notenleseübungen nach vier Akkorden etwas verfrüht und hätte mir mehr Praxisorientierung gewünscht.
Die gibt es ab Seite 30, es folgen dann weitere Songbeispiele, Akkorde und Strumming-Patterns. Das Repertoire bleibt traditionell: Spirituals, 70er-Jahre-Songs wie Sailing und Country Roads. Abgerundet wird das Buch durch eine Akkordübersicht und eine zweiseitige Anleitung zum Songschreiben.
Obwohl das Grundkonzept des Buchs, mit ein paar Akkorden und Anschlagsmustern erste Songs zu spielen, sinnvoll ist, hinterlassen das eher altmodische Material und die im Schulbetrieb wohl notwendigen Ausflüge in Musiktheorie bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Ich hätte mir zeitgemäßere Songs und einen eher am Spielen des Instruments orientierten Ansatz gewünscht, um mehr junge Menschen vom Ukulelespielen und Musikmachen zu begeistern.
Martin Schmidt


