Schulte im Walde, Christoph

Vom Baum­haus in die Musikschule

Erfolgreiche Kampagne mit KIKA-Moderator Juri Tetzlaff an der Musikschule Hildesheim

Rubrik: Bericht
erschienen in: üben & musizieren 4/2021 , Seite 42

Wer Kin­der hat und mit ihnen den Kin­der-Fern­seh­ka­nal KIKA schaut, kennt auch den Sand­mann und das Baum­haus! Und damit auch Juri Tetz­laff, den coo­len Mode­ra­tor, der immer jede Men­ge span­nen­der Infor­ma­tio­nen auf Lager hat – und die­se sei­nem jun­gen Publi­kum auch ver­ständ­lich ver­mit­teln kann: Tetz­laff ist ein schlau­er Fuchs. Da war es eine klu­ge Ent­schei­dung der Musik­schu­le Hil­des­heim, den Star der Kin­der in ein Pro­jekt ein­zu­bin­den, das es ohne die Coro­na-Pan­de­mie viel­leicht nie gege­ben hät­te: Tetz­laff wan­dert durch alle Räu­me der Musik­schu­le, trifft Lehr­kräf­te, Schü­le­rin­nen und Schüler.
Ers­tens will Juri wis­sen, wel­che Instru­men­te man dort über­haupt ler­nen kann. Und zwei­tens wid­met er jedem ein­zel­nen von ihnen vor lau­fen­der Kame­ra ein klei­nes Por­trät. Dar­aus ent­stan­den 29 Video-Sequen­zen von drei bis sechs Minu­ten Län­ge. Sie sind der media­le Ersatz für das, was in „nor­ma­len Zei­ten“ vor Ort und in direk­tem Kon­takt in den aller­meis­ten Musik­schu­len statt­fin­det. In Hil­des­heim nennt sich die Instru­men­ten­vor­stel­lung die „Strei­chel­wie­se“.
„Wir stan­den nun zum zwei­ten Mal vor dem Pro­blem, unse­ren Instru­men­ten-Pool nicht live vor­stel­len und aus­pro­bie­ren las­sen zu kön­nen. Und natür­lich waren auch die klei­nen Ensem­ble-Kon­zer­te nicht mög­lich, mit denen wir Appe­tit machen möch­ten. Doch genau sol­che Begeg­nun­gen sind die Schlüs­sel­er­leb­nis­se“, sagt Musik­schul­lei­ter Det­lef Hart­mann, der aus der Pan­de­mie-Not eine Tugend mach­te. Sein Team kommt seit Anfang Juni zu den poten­zi­el­len Schü­le­rin­nen und Schü­lern vir­tu­ell nach Hau­se, in Kin­der­gär­ten und Grund­schu­len! Und weil es dar­um geht, gera­de sol­che jun­ge Men­schen und ihre Eltern zu errei­chen, die bis­lang noch gar kei­nen Kon­takt zu Musik­schu­len hat­ten, lag es nahe, ein „Zug­pferd“ in das Pro­jekt ein­zu­be­zie­hen – eben Juri Tetzlaff.
„Kin­der im Vor­schul- und Grund­schul­al­ter iden­ti­fi­zie­ren sich mit Juri! Das gehört zur Kern­idee. Stel­len Musi­ker in Fil­men ihre Inst­rumente vor, ist es eben eine Lehr­kraft. Im Fall von Juri ist das anders. Er schlüpft in die Rol­le der Kin­der und die­se neh­men es ihm genau­so ab wie der Pup­pe im Pup­pen­thea­ter, die aus Kin­der­au­gen leben­dig ist“, so Hart­mann. Und wei­ter: „Wir haben bewusst mit dem Gedan­ken gespielt, dass jun­ge Eltern sich an ihre schö­nen Kin­der­jah­re erin­nern. Auch sie wur­den vor 20 Jah­ren bereits von Juri ins Bett gebracht, haben ihn in der Trick­boxx, in der Mit­mach­müh­le oder im Tiger­entenklub erlebt. Es ist sofort Wär­me und Ver­traut­heit da, wenn den heu­ti­gen Eltern klar wird, dass es die­ser Juri ist. Ein ganz wesent­li­cher Fak­tor, aus Marketingsicht!“
Jedem Trai­ler merkt man an: Juri hat ein­fach das rich­ti­ge Fee­ling! Wie er von einer Kar­rie­re als E‑Gitarrist träumt und ganz schnell wie­der auf dem Boden der Rea­li­tät lan­det oder sich auf diver­sen Drums, Hi-Hat und Becken ver­sucht, sich dann aber von dem spund­jun­gen Phil­ipp laut­stark zei­gen lässt, wie’s rich­tig geht – alle Achtung!

Lesen Sie wei­ter in Aus­ga­be 4/2021.