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Bauer, Angela

Wer, wenn nicht wir?

Fachkräftesicherung beginnt in der Musikschule

Rubrik: Musikschule
erschienen in: üben & musizieren 5/2026 , Seite 45

Fachkräftesicherung beginnt nicht erst bei Stellenausschreibungen und tarif­lichen Rahmenbedingungen, ­sondern dort, wo junge Menschen Musikschule als Lern- und Arbeitsort erleben. Was können Musikschulen selbst zur Sicherung des musikpäda­gogischen Nachwuchses beitragen?

„Wir haben die Stelle jetzt zum dritten Mal ausgeschrieben.“ Solche Sätze höre ich in letzter Zeit immer häufiger. Auf Tagungen, in Arbeitsgruppen oder einfach im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Kaum ein Thema beschäftigt uns derzeit so sehr wie die Frage, wie wir künftig genügend qualifizierte Lehrkräfte für unsere Musikschulen gewinnen können. Die Ausgangslagen sind dabei sehr unterschiedlich. Manche Musikschulen haben noch eine vergleichsweise gute Bewerberlage. Andere erhalten auf Stellenausschreibungen keine einzige Bewerbung. Besonders kleinere Musikschulen und Einrichtungen im ländlichen Raum stehen vor enormen Herausforderungen.
Meist sprechen wir über die Ursachen: über zu wenig Absolventinnen und Absolventen, über Studienkapazitäten, kommu­nale Haushalte, tarifliche Rahmenbedingungen oder veränderte Erwartungen junger Menschen an Beruf, Familie, Lebensgestaltung. Mich beschäftigt aber zunehmend eine andere Frage: Was können wir als Musikschulen selbst tun?
Natürlich können wir den Fachkräftemangel nicht allein lösen. Dafür sind die Herausforderungen zu groß und die Rahmenbedingungen zu unterschiedlich. Aber ich glaube, wir sollten uns nicht darauf beschränken, auf bessere Bedingungen zu warten. Fachkräftesicherung beginnt nicht erst mit der Stellenausschreibung. Sie beginnt viel früher. Sie beginnt dort, wo junge Menschen Musikschule erleben. Dort, wo Lehrkräfte über ihren Beruf sprechen. Dort, wo Schulleitungen eine Kultur schaffen, in der Menschen gerne arbeiten. Und dort, wo Musikschulen zeigen, was diesen Beruf so besonders macht. Deshalb ist Fachkräftesicherung für mich keine reine Personalaufgabe. Sie ist eine Aufgabe der gesamten Musikschule.

Fachkräftesicherung beginnt im Miteinander

Wenn wir darüber sprechen, wie wir als Musikschulen attraktiver werden können, denken wir häufig zuerst an Stellenumfänge, tarifliche Rahmenbedingungen oder finanzielle Ausstattung. Das alles ist wichtig und vieles davon liegt nicht in unserer Hand. Im Alltag entscheidet aber oft noch etwas anderes darüber, ob Menschen gerne an einer Musikschule arbeiten. Wie erleben sie das Miteinander? Gibt es Raum für Austausch? Werden neue Ideen ernst genommen? Können Lehrkräfte ihre Stärken einbringen und sich weiterentwickeln? Fühlen sie sich als Teil eines Teams?

Lesen Sie weiter in Ausgabe 5/2026.

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